geändert am 20. März 2024
Die Doppelstadt Waldshut-Tiengen liegt am südlichen Fuße des Schwarzwaldes. Der Stadtteil Waldshut thront über dem Hochrhein, durch Tiengen fließt die bereits gezähmte Wutach. Beide Altstädte besitzen ihren eigenen Reiz. Während Waldshuts „Gute Stube“ mit prächtigen Patrizierhäusern punktet, lockt Tiengen mit seinem Schloss und seinem ländlichen Charme.

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Inhaltsverzeichnis
Die Geschichte der Stadt Waldshut
Waldshut blickt auf eine erlebnisreiche Geschichte zurück. In den Geschichtschroniken taucht Waldshut 1256 in einer Urkunde des Klosters St. Blasiens auf. Das erste Stadtsiegel von 1277 zeigt das Waldshuter Männle, einen Waldhüter. Das Siegel verwandelte sich 1468 mit dem Habsburger Löwen zu einem Ehrenwappen.
Der Waldshuter Krieg – Tradition bis in die Gegenwart
An der Grenze zur Schweiz gelegen, gab es immer wieder Reibereien und Kriege zwischen den Habsburgern und den Eidgenossen. Im Waldshuter Krieg von 1468 beschossen und belagerten die Eidgenossen die Stadt sechs Wochen lang, bevor ein Friedensvertrag den Konflikt beendete. Vermutlich lag der Grund für den Abbruch der Belagerung der Belagerung in der Rivalität zwischen den Zürcher Kaufleuten und Bern. Diese wollten den Bernern einen Einfluss in der Region unterbinden.
Der Legende nach mästeten die jungen Gesellen einen Schafbock und präsentierten ihn auf der Stadtmauer, was zum Abzug der Eidgenossen führte. Noch heute gedenkt Waldshut mit der jährlichen Waldshuter Chilbi am dritten Wochenende im August diesen Anlass. Die Junggesellenschaft 1468 ist vermutlich die älteste noch bestehende Handwerkerzunft Deutschlands.


Die Reformation und ihre Auswirkung
Die Reformation ging nicht spurlos an Waldshut vorbei. Waldshut schloss sich zunächst 1524 der Reformation an und folgte unter Pfarrer Balthasar Hubmaier, einem Freund Zwinglis, der Täuferbewegung. Ende 1525 kam Waldshut infolge des Bauernkrieges unter habsburgischen Truppen zurück zum Katholizismus. Hubmaier flüchtete mit seiner Frau Elsbeth Hügline nach Zürich. Hubmaier fand 1528 auf dem Scheiterhaufen in Wien sein Ende, seine Frau ertränkte die Obrigkeit in der Donau.
Die Häuser in der Innenstadt entstanden nach dem großen Stadtbrand von 1726. Waldshut blieb weiterhin Spielball der Politik und wechselte seine Herren, bis es mit dem Frieden von Pressburg an das Großherzogtum Baden überging. Den 1805 geschlossenen Friedensvertrag unterzeichnete Kaiser Franz I für Österreich und Kaiser Napoleon für Frankreich.
Die Hochrheinbahnstrecke verbindet Waldshut mit Basel seit 1865 und seit 1872 mit Konstanz. Im Rahmen der Gemeindereform schlossen sich Waldshut und Tiengen 1975 zur Großen Kreisstadt Waldshut-Tiengen zusammen. Die Stadt ist ferner Verwaltungssitz des Landkreises Waldshut, der 1973 aus den alten Landkreisen Waldshut und Säckingen entstand.
Die Geschichte der Stadt Tiengen
Tiengen fand 858 erstmals Erwähnung. Nachweislich lebten jedoch Menschen seit der Jungsteinzeit in Tiengen. Kelten, Römer und Alemannen hinterließen ihre Spuren. 1146 besuchte der heilige Bernhard von Clairvaux die Tiengener Kirche.
1224 gehörte die Stadt den Freiherren von Krenkingen, einem heutigen Stadtteil von Waldshut-Tiengen. Die Krenkinger besaßen einen Wehr- und Wohnturm in Tiengen, das heutige Alte Schloss. Das landgräflich sulzische Residenzschloss kam in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts als „Neues Schloss“ hinzu.

Tiengen besaß das Münzrecht, urkundlich erstmals 1275 erwähnt. Kreuzzüge, der Bauernkrieg und heftige Auseinandersetzungen mit den Eidgenossen prägten die politische Stadtentwicklung.
Das Jahr 1415 ist bis heute für Tiengen von Bedeutung. Alljährlich feiert das Städtchen seinen Schwyzertag am ersten Juliwochenende. Die Bürger wehrten sich vermutlich erfolgreich gegen den Herzog Reinhold von Urslingen, der mit Söldnern die Stadt angriff. Die Gottesmutter Maria erhörte wohl die Gebete, sodass die „Düengemer“ ihr bis heute in einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt dafür danken.
Zahlreiche Trachten- und Musikvereinen aus Deutschland und der Schweiz sowie die historische Bürgerwehr nehmen am Festumzug teil. Heimatabend, Böllerschießen, Feuerwerk und Festreden der Politiker ergänzen den Schwyzertag. Durchführung und Organisation obliegt überwiegend der Bürger- und Narrenzunft 1503 e. V.
Im Waldshuter Krieg nahmen die Eidgenossen Tiengen ein, zerstörten und besetzten die Stadt. Die Hexenverfolgung forderte auch in Tiengen seine Opfer. So erlangte 1683 Maria Schneider als „Hexe von Bühl“ traurige Berühmtheit. Von 1703–1806 unterstand Tiengen den Fürsten zu Schwarzenberg und ging 1806 ans Großherzogtum Baden über.
Seit 1975 bilden die Städte Waldshut und Tiengen die Doppelstadt Waldshut-Tiengen. Zwischen den beiden Städten besteht eine innige Hassliebe, die sich speziell an der Fasnacht outet.
DreiWelten Card Attraktionen in Waldshut-Tiengen
DreiWelten Card Besitzer genießen in der Doppelstadt folgende Vorteile. In Waldshut und in Tiengen locken kostenlose Stadtführungen und die Freibäder beider Stadtteile bieten ebenso freien Eintritt wie das Hallenbad in Waldshut. Das Hallenbad erlebte kurz vor der Pandemie eine Auffrischung, das Freibad öffnete nach der Renovierung am 28. Mai 2022 erstmals seine Pforten.
Das Freibad Tiengen lockt ebenfalls in neuem Glanz. Sprungturm, Schwimmbahnen, Rutschen und Kinderbecken eignen sich perfekt zum Schwimmen und Planschen. Entdecken Sie die Highlights im frisch renovierten Freibad. Kostenloser Eintritt für DreiWelten Card Inhaber.
DreiWelten Card Inhaber können die Fähre „Waldshut-Tiengen“ kostenlos benutzen und auf die Schweizer Seite übersetzen oder eine Rundfahrt auf der reizvollen Rheinstrecke unternehmen.


Sehenswürdigkeiten in Waldshut
Nehmen Sie an einer Stadtführung in Waldshut teil. Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Stadt und ihre Menschen. Schauspielerisch in Szene gesetzt, erzählen Ihnen die Stadtführer spannende Geschichten. Gruppen können die Führungen direkt im Tourist-Office oder online über die Webseite der Doppelstadt buchen.
Wenn Sie an keiner Stadtführung teilnehmen, lassen Sie sich einfach von den folgenden Kleinoden und Geschichten inspirieren. Und auf jeden Fall sollten Sie anschließend in der „Guten Stube“ zwischen dem Oberen und Unteren Stadttor einkehren. Zahlreiche Restaurants und Cafés laden in der Fußgängerzone zum Verweilen ein.
Die Gebäude und Altstadthäuser von Waldshut
Bei einem Rundgang durch Waldshut zeugen die Altstadthäuser von der bewegten Stadtgeschichte. Wirtshäuser, Kaplanei-, Patrizierhäuser, Amtshäuser sowie alte Wohnhäuser erzählen ihre eigene Geschichte.
Das Obere Tor oder auch Schaffhauser Tor steht auf Fundamenten aus dem 13. Jahrhundert. Von hier aus kontrollierte der Turmwärter Stadt und Rhein. Bis 1864 diente es als Stadtgefängnis. Bewundern Sie das östliche Stadttor von außen, eine Innenbesichtigung erfolgt nur im Rahmen einer Stadtführung.
Das Basler Tor oder auch Unteres Tor steht im Westen der Innenstadt. Im Turm mit romanischen Bauteilen befindet sich die Sterbeglocke von 1689 und stadtauswärts Kanonenkugeln aus der Schweizer Belagerung von 1468. Hier befindet sich das 1976 neu eingerichtete Zunftarchiv der Junggesellen. Es beherbergt in der Zunftlade die Statuten und das Stubenrecht von 1698.


Das Rathaus fiel 1726 dem großen Stadtbrand zum Opfer. 1766 entstand der schönste barocke Neubau durch Baumeister Ferdinand Weitzenegger.
Die Alte Post 1765 von Andreas Joseph Kilian errichtet, diente als Posthalterei. Bis 1880 beherbergte das Gebäude eine Thurn- und Taxis‘sche Poststation samt Gasthof.


Die Spitalkapelle „Zum Heiliggeist“ gehörte zum Spital von 1420. Nach der Restaurierung durch die Zunft der Ehemaligen der Junggesellenschaft 1468 steht die Kapelle wieder der Öffentlichkeit offen.
Die „Alte Metzig“ diente bis 1877 als städtisches Schlachthaus. Die Renaissancefassade besitzt gotische Fenster, im oberen Stockwerk ist ein Museum untergebracht.


Als Zunftstube für die Junggesellen dient die von Johann Christoph Feinlein ausgezierte „Herrenstube“ im Gasthaus Zum Wilden Mann. Dabei handelt es sich um den schönsten Renaissancesaal am Hochrhein. Zahlreiche weitere Gebäude bereichern die pittoreske Altstadt von Waldshut.
Festung und Gerichtsstand Waldshut
Waldshut thront hoch überm Rhein. Über die Jahrhunderte unternahmen Baumeister alles Mögliche, um die Stadt vor Überfällen und Belagerungen zu schützen. Die Stadt besaß seit 1380 das Recht, die Todesstrafe zu verhängen und zu vollziehen. Gerichtsstand, Gefängnisse und die Hinrichtungsstätten befanden sich in einem Blutbannbezirk rund um die Stadt. Die Hinrichtungen erfolgten durch das Schwert, durch Feuer oder durch das Rad. In den Prozessen fanden Diebe, Mörder und Hexen ihren Tod.
Waldshut probt den Aufstand
Waldshut forderte die Habsburger Obrigkeit heraus, als sich die Stadt hinter Pfarrer Balthasar Hubmaier stellte und die Religionsfreiheit forderte. An Ostern 1525 ließen sich viele Bürger in der Täuferbewegung erneut taufen. Dies kam einer Rebellion gleich. Die Ratsherren suchten Schutz bei den Eidgenossen und die Frauen griffen zu den Waffen, um ihren Pfarrer zu verteidigen.
Der ungleiche Kampf um die Religionsfreiheit endete Ende 1525 mit dem Bauernkrieg. Waldshut kehrte unter der habsburgischen Besatzungstruppe zum Katholizismus zurück.
Waldshut und die Rheinfähre
Seit über 600 Jahren pendeln die Anwohner über den Rhein. Einst bildeten Weidlinge die Rheinfähre. Nicht nur Menschen setzten über, sondern auch Waren, Tiere und schwer beladene Fuhrwerke wechselten die Rheinseite.
Die Fähre über den Rhein zu manövrieren erfordert Kraft, daher waren es meist Fährmänner. Aber unter die Waldshuter Fährmänner reihten sich auch zwei Fährfrauen ein. Heute bringt die Rheinfähre „Waldshut-Tiengen“ die Besucher bequem auf die Schweizer Rheinseite.
Die Stadtwerke Waldshut-Tiengen bieten auch kulinarische Rundfahrten an. Ob ein leichtes Sommermenü auf dem offenen Deck, ein gemütlicher Sonntagsbrunch oder in der kälteren Jahreszeit eine Raclette- oder Käsefondue-Fahrt. Auf der „Waldshut-Tiengen“ ist immer etwas los, hier lassen sich auch Empfänge und Feste feiern.
Sehenswürdigkeiten in Tiengen
Tiengen lädt seine Besucher zum Bummel durch die Fußgängerzone ein. Hier erzählt fast jeder Stein seine eigene Geschichte. Sei es die alte Stadtmauer mit dem Storchenturm, das Schloss, die Barock-Kirche Maria Himmelfahrt, die Ölmühle oder die liebevoll restaurierten alten Häuser mit den traditionellen Wandmalereien.


Das Straßenpflaster, architektonische Kuriositäten, Brunnen und alte Gasthäuser bilden die historische Kulisse der romantischen Stadt.
Lernen Sie die Stadt bei einer Stadtführung näher kennen, für DreiWelten Card Inhaber ist sie kostenlos.


Kirche Maria Himmelfahrt – barocke Perle
Besuchen Sie die wundervolle Barockkirche Maria Himmelfahrt. Peter Thumb (1681-1766) erbaute die Kirche im Stil des Vorarlberger Barocks. Er zählte zu den bedeutendsten Barockbaumeister Süddeutschlands, unter anderem schuf er die weltberühmte Klosterkirche Birnau am Bodensee.


Das Tiengener Schloss
Das prächtige Gebäude thront über der Altstadt von Tiengen. Es entwickelte ich aus einer frühmittelalterlichen Burg aus dem 11. Jahrhundert. Nach einem Brand 1499 entstand das Schloss bis 1619.


Im Alten Schloss unterhält die Tiengener Bürgerzunft den Räumen des Wohnturmes das Klettgau-Museum sowie die Schlossgalerie. Im Heimatmuseum befinden sich auch Zeugnisse der bedeutenden jüdischen Gemeinde vor dem letzten Weltkrieg.
Die Schwarzenbergsäle dienen wieder kulturellem Leben und im Schlosskeller finden Theatervorstellungen, Konzerte, Kunstausstellungen, Dichterlesungen und Kabarett-Veranstaltungen statt. Ein besonderes Highlight bilden die jährlichen Jazz-Konzerte im Schlosshof.
Die alte Ölmühle in Tiengen
Lebensader der Stadt war der Tal- oder Stadtbach, er trieb die Schlossmühle an. Die Ölmühle fand 1718 erstmals Erwähnung, über das Datum der Erbauung ist nichts bekannt, aber sie ist vermutlich viel älter. Die Mühle stand ursprünglich außerhalb der Stadtmauern, die sie mit brennbaren Materialien arbeitete. Zunächst stand die Ölmühle allein in der Fahrgasse, bevor eine Gerberei, Hafnerei und eine Lohstampfe hinzukamen.


Der Stadtteil Tiengen liegt an der Wutach
In Tiengen lädt die Wutach zu einem gemütlichen Spaziergang ein. Die ursprünglich wilde Wutach zeigt sich in Tiengen kurz vor ihrer Mündung in den Hochrhein gezähmt.


Einkaufsparadies Waldshut-Tiengen
Beide Städte sind ein Einkaufsparadies. Wohl nirgends sonst finden Sie in Deutschland so viele Geschäfte auf engem Raum. Obwohl es sich bei beiden Orten um Kleinstädte handelt, entspricht das Warenangebot dem von mittelgroßen Städten.
Der Grund ist die Schweizer Nachbarschaft und der damit verbundene Einkaufstourismus. Die Eidgenossen lieben es, ihren Einkauf mit einem Stadtbesuch in Waldshut oder Tiengen zu verbinden. Daher sind die Restaurants und Cafés immer gut besucht und die Innenstädte sind belebt. Eine Boutique reiht sich an die nächste, teils mit exklusivem Angebot.
Zahlreiche Parkmöglichkeiten sind vorhanden und beide Städte mit dem Zug erreichbar.
Brauchtum und Kultur in Waldshut und Tiengen
Brauchtum und Kultur wird in beiden Stadtteilen großgeschrieben. Tiengen feiert im ersten Juliwochenende seinen Schwyzertag und Ende Juli das Jazzfest TIENGENER SOMMER. Direkt im Anschluss geht es in der letzten Juliwoche in Waldshut mit den Open-Air Waldshuter Filmnächten in der Kaiserstraße weiter und am 3. Wochenende im August beginnt die Waldshuter Chilbi.
Im Advent lädt der stimmungsvolle Waldshuter Weihnachtsmarkt von Ende November bis kurz vor Weihnachten in die historische Altstadt ein.
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In Waldshut lockt der Rhein-Camping mit seiner direkten Lage am Hochrhein. Der Campingplatz mit seinem schönen Restaurant „Rhein-Perle“ eignet sich nicht nur für Campingplatz-Freunde. Hier finden Sie auch ein Doppelzimmer sowie ein Vierbettzimmer.
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