St. Georgen – sonnige Bergstadt im Schwarzwald

geändert am 27. Juni 2023

St. Georgen liegt zwischen 800 und 1.000 Metern Höhe. Der staatlich anerkannte Erholungsort thront vielmals über den umliegenden nebelverhangenen Schwarzwaldtälern. Zahlreiche Ausflugsziele in der Stadt und der näheren Umgebung versprechen einen abwechslungsreichen Schwarzwaldurlaub.

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St. Georgen und seine Geschichte

Das von schwäbischen Adligen gestiftete Benediktinerkloster bildete 1084 die Grundlage für die Besiedlung. Die Blütezeit erlebte das Kloster unter Abt Theoger von 1088 bis 1116. Als dieser als Bischof nach Metz wechselte, besaß das Kloster in über 100 Orten Besitzungen. Handwerker siedelten sich an und 1507 erhielt die Siedlung von Kaiser Maximilian das Marktrecht.

Herzog Ulrich von Württemberg führte 1536 die Reformation ein und die Mönche flohen zunächst nach Rottweil. 1556 errichteten sie ihr Kloster in Villingen. 1633 zerstört die Villinger St. Georgen und dezimierten die Einwohnerzahl auf 80 Einwohner. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam St. Georgen endgültig zu Württemberg und es residierten evangelische Äbte im Kloster.

Ab 1800 kam der Aufstieg und St. Georgen entwickelte sich zu einem Zentrum der Uhrenproduktion. 1810 kam die Gemeinde zum Großherzogtum Baden.

Aus Uhrenherstellung und -handel führten zu einer bedeutenden Uhren-, Feinmechanik- und Elektromechanikindustrie. Insbesondere die Phonoindustrie gelangte zu Weltruf.

1891 erhielt St. Georgen das Stadtrecht. Um die Jahrhundertwende zählte die Stadt rund 3.500 Einwohner, nach dem Zweiten Weltkrieg stieg sie auf 8.500 an. Im Zuge der Eingemeindung von 1972 bis 1974 wuchs die Bevölkerung auf 15.000 Einwohner an. Der Rückgang in der Phono- und in der Uhrenindustrie kostete in den 1980er-Jahren zunächst viele Arbeitsplätze und die Einwohnerzahl sank. Heute zählt St. Georgen zu den bedeutendsten Wirtschaftsstandorten der Region mit zahlreichen innovativen Firmen.

Museen in St. Georgen

St. Georgen verfügt über einige Museen und Sehenswürdigkeiten. Die Betonung der Museen liegt einerseits auf der Technik, andererseits im Brauchtum und Geschichte sowie bei zeitgenössischer Kunst.

Deutsches Phonomuseum

Den Ursprung des Deutschen Phonomuseums in St. Georgen bildeten zwei private Phonosammlungen. Gottlob Weißer, Elektrotechniker bei der Firma PE (Perpetuum-Ebner) und Walter Grieshaber, Feinmechanikermeister im Unternehmen DUAL sammelten bereits ab den frühen 50er-Jahren historische Phonogeräte und Zubehör.

Im Rahmen der Stadtkernsanierung entstand ab etwa 1970 ein neues Rathaus. Bei der Planung floss die Idee ein, die Ausstellung in die Räume des Foyers im Untergeschoß einzuplanen. Mit der Einweihung des neuen Rathauses 1972 war das Phono-Museum St. Georgen im Schwarzwald der Öffentlichkeit zugänglich.

2011 zog das Deutsche Phonomuseum mit neuen Exponaten ins ehemalige Kaufhaus „Brigau“ um. Heute dient die Sammlung als Dokumentation der Heimat- und Industriegeschichte St. Georgens.

Das Industriemuseum gibt Einblick in die Entstehung der Phonotechnik und zeigt Kuriositäten bei der Entwicklung. Besucher erhalten auf anschauliche und nahezu lückenlose Weise eine Vorstellung von der mechanischen Tonaufzeichnung und Musikwiedergabe von den Anfängen bis heute.

Für DreiWelten Card Inhaber ist der Eintritt frei.

Forum am Bahnhof (FAB)

Das FAB entstand in den Gebäuden der ehemaligen Uhrenfabrik Staiger. Das Forum ist kein herkömmliches Museum, sondern eine Plattform der Technik. Oldtimer, alte Motorräder, LKW, Maschinen, Heißluftmotoren, Eisenbahnen und Eisenbahnmodelle stehen im Mittelpunkt, aber auch Exponate von Staiger-Uhren, ein Miniaturzirkus und ein Spielzeugmuseum finden sich in den Hallen. Ferner präsentieren Künstler aus der Region ihre Werke, unter anderem der bekannte Dokumentarfilmer Hermann Schlenker.

Hermann-Papst-Museum

Das Hermann-Papst-Museum gibt Einblick in das Leben und Wirken von Hermann Papst, einer deutschen Erfinderpersönlichkeit des letzten Jahrhunderts. Der erfolgreiche Ingenieur und Unternehmer entwickelte den PAPST-Außenläufermotor für die Antriebs- und Lüftungstechnik. Auf den weltweit bekannten Tüftler gehen hunderte von Patenten aus den unterschiedlichsten Technikbereichen zurück. Für Technikfreaks ist der Besuch des Hermann-Papst-Museums im historischen Haus Mühlegg ein Muss.

Heimatmuseum „Schwarzes Tor“

Das Heimatmuseum befindet sich in einem ein Kleinbauernhaus von 1803. Es zeigt heimisches Handwerk und bäuerliches Brauchtum. Wer also wissen möchte, wie die Bauern und Handwerker früher in St. Georgen gewohnt, gearbeitet und gelebt haben, sollten das Heimatmuseum „Schwarzes Tor“ unbedingt besuchen.

Die original erhaltene Schwarzwälder Rauchküche gibt Einblick in die Küchenwelt von damals. Bauernstube mit Kachelofen, Schlafkammer mit Himmelbett und ein Trachtenzimmer zeigen die Wohnverhältnisse. Uhrmacherhandwerk, Handwebstühle, Uhrenschildermalerei, Küfer- und Schlosserwerkstatt sowie eine Schuhmacherwerkstatt belegen die Schwarzwälder Handwerkskunst. Strohflechterei, Hafnerhandwerk, Schindelmachen, Korbflechten und die Herstellung hölzerner Wasserleitungsrohre ergänzen die Zeitreise.

Lapidarium

Das Lapidarium zeigt überwiegend Steine aus der Zeit des ehemaligen Klosters St. Georgen. Die Sammlung befindet sich an drei verschiedenen Standorten.

Die frei zugängliche Galerie im Klosterhof beheimatet die Grabplatte des Adligen Adalbert von Ellerbach aus dem Jahr 1121 sowie den Brigachquellstein aus kelto-römischer Zeit. In der Lorenzkirche finden sich Grabplatten verschiedener Persönlichkeiten und im Untergeschoss der Robert-Gerwig-Schule warten weitere bedeutende Grabplatten sowie Grenz-, Gedenk- und Bausteine. Letztere sind allerdings nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen.

Sammlung Grässlin

Die Sammlung Grässlin präsentiert ihre international bedeutende Sammlung für zeitgenössische Kunst in verschiedenen Ausstellungsorten, im KUNSTRAUM GRÄSSLIN sowie in den externen RÄUMEN FÜR KUNST. Der Kunstraum selbst ist Ausgangspunkt für einen geführten Entdeckungsspaziergang durch St. Georgen. In über 20 externen leer stehenden Ladenlokalen, städtischen Einrichtungen oder in den Privathäusern der Familie fanden die Exponate einen Platz. Termine nach Vereinbarung unter Tel: 07724/9161805, in einigen Räumen ist eine Besichtigung ohne Führung möglich.

Der Kölner Architekten Lukas Baumewerd entwarf 2002 den KUNSTRAUM GRÄSSLIN zur sachgerechten und optimalen Lagerung der meist großformatigen Werke der Kunstsammlung. Dabei kam der Wunsch auf, das Gebäude für die Allgemeinheit zu öffnen. Es lag nahe, das beliebte Restaurant „Kippys“, das Sabine Grässlin in St. Georgen seit Jahren betreibt, zu integrieren. Es entstand ein modernes Gebäude der Avantgarde im Kontrast zur pittoresken Schwarzwaldidylle.

Sehenswürdigkeiten in St. Georgen

St. Georgen bietet neben Museen weitere Attraktionen. Auf dem Marktplatz präsentiert sich das Glockenspiel, die Klosterlinde steht traditionell im Klosterhof, die Brigachquelle zeigt eine Kopie des Dreigöttersteines und nicht zuletzt lockt der Klosterweiher mit Strandbad.

Glockenspiel

Das Glockenspiel auf dem Marktplatz demonstriert die Stadtgeschichte. Vier Plastiken erinnern an die wesentlichen Personen und Geschehnisse. Abt Theoger verkörpert die Gründung des Klosters, Kaiser Maximilian verlieh der Stadt das Marktrecht, Großherzog Friedrich von Baden erhob St. Georgen zur Stadt und ein St. Georgener Bürger als Symbol des Handwerks und der Industrie.

Der Entwurf stammt von J. Homolka und die 16 Glocken erklingen immer 10 Minuten nach der vollen Stunde. Angepasst an die Uhren- und Phonogeschichte der Stadt erklingen die Glocken in diversen Melodienzyklen, angelehnt an die jeweilige Jahreszeit. Die Einweihung des Glockenspiels erfolgte am 29.06.1985.

Naturdenkmal Klosterlinde im Klosterhof

Die Linde im Klosterhof blickt auf eine lange Tradition zurück. Die jetzige Klosterlinde besaß zumindest drei Vorgängerinnen. Die erste, war die Gerichtslinde, unter ihr sprach der Abt des Klosters Recht. Zunächst nur die niedere Rechtsprechung, dann ab Mitte des 17. Jahrhunderts auch die hohe Gerichtsbarkeit.

Zwei weitere Linden fielen um 1810 und 1830 Versteigerungen zum Opfer. Die letzte Klosterlinde schaffte ein Alter von rund 400 Jahre. Leider musste der mosche Baum trotz intensiver Bemühungen 2007 aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Zur 500-Jahr-Feier anlässlich der Verleihung des Marktrechtes erhielt die Stadt im selben Jahr eine neue Klosterlinde.

Brigachquelle

Zwischen St. Georgen und Furtwangen entspringt in Brigach beim stattlichen Hirzbauernhof der gleichnamige Fluss. Die Brigachquelle liegt nur wenige Schritte von einem kleinen Parkplatz entfernt. Mit der Quellanlage beginnt das einladende Brigachtal. Über dem Wasseraustritt befindet sich eine Kopie des Dreigöttersteins. Das Original-Brigachrelief aus Sandstein ist im Lapidarium der Stadt St. Georgen zu besichtigen.

Klosterweiher

Der Klosterweiher diente dem Kloster einst als Fischweiher und dem Betrieb der Klostermühle. Die Brigach speist den Naturweiher mit Strandbad. Das naturbelassene Wasser umfasst eine 27.000 qm große Wasserfläche. Attraktionen der großzügige in die Landschaft eingebundenen Freizeitanlage sind ein integriertes Kinderplanschbecken, ein Wassertrampolin von rund sieben Metern Durchmesser, ein Eisberg, ein Kiosk und das Restaurant „Seehaus“.

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